Wasser & Wein
Eine gute Ergänzung

von Nina Stolze


Alle waren geletzt und lobten
das herrliche Wasser:
Säuerlich war’s und erquicklich,
gesund zu trinken den Menschen.
(Johann Wolfgang von Goethe, Hermann und Dorothea)


Was Goethe schon wusste, hat sich auch bei uns heute herumgesprochen: Wasser ist gesund und erfrischt. Besonders Mineralwasser gehört zum Essen, zu Kaffee oder Wein; es ist das beste Mittel, um den Durst zu löschen, den Flüssigkeitsverlust des Körpers auszugleichen und die Leistungsfähigkeit zu steigern; auch bringt es das Gehirn auf Trab.

Wichtig: der Mineralstoffcocktail im Wasser

Jeder Mensch in Deutschland soll im Jahr 2008 fast 134 Liter Mineral- und Heilwasser getrunken haben. Natürliches Mineralwasser hat eine längere Reise hinter sich gebracht. Denn als Regenwasser sickerte es durch die Gesteinsschichten, wurde dadurch gefiltert und gereinigt. Und bediente sich gleich der Mineralien, Spurenelemente und Kohlensäure, die das Gestein bietet – je nach Art und Region in unterschiedlichen Mengen. Die Mineralwasservorkommen sind in den Tiefen der Erde vor Verunreinigungen geschützt und von „ursprünglicher Reinheit“; alle Inhaltsstoffe sind natürlichen Ursprungs. Es muss am Quellort abgefüllt und amtlich anerkannt werden. Lediglich Eisen und Schwefel dürfen aus dem Wasser entfernt, Kohlensäure darf entzogen oder zugesetzt werden. Ähnliches gilt für Heilwasser, allerdings hat es wegen seiner besonderen Zusammensetzung heilende, lindernde oder vorbeugende Wirkung und gilt als Arzneimittel. Diese beiden Wasserarten, Mineral- und Heilwasser, sind von Quell-, Tafel- und dem einfachen, aber ebenfalls bestens kontrollierten Leitungswasser zu unterscheiden, welche andere bzw. weniger Merkmale auf-
weisen.

Das „Kleingedruckte“ auf dem Etikett der Mineralwasserflaschen gibt Aufschluss darüber, welche Mineralstoffe in welchen Mengen im Wasser stecken, und sagt aus, wofür das jeweilige Wasser gut ist und nicht zuletzt auch, wie es schmeckt. So ist Wasser mit hohem Natriumanteil gut für Sportler und „Vielschwitzer“, es schmeckt in Verbindung mit Chlorid, mit dem es Kochsalz bildet, leicht salzig; viel Calcium stärkt die Knochen und gibt einen erdig-trockenen Geschmack, viel Magnesium wirkt sich positiv auf Knochen und Nerven aus und verleiht dem Wasser einen leicht metallischen Geschmack. Kaliumreiches Wasser wiederum wirkt regulierend auf Herz- und Muskeltätigkeit und entspannend auf die Nerven. Stilles Wasser mit entsprechenden Mineralstoff- und Hydrogencarbonatanteilen soll sich positiv auf den Säure-Basen-Haushalt auswirken, Kohlensäure wiederum gut für die Magen-Darm-Funktion sein. Beim Thema „Kohlensäuregehalt“ lässt so mancher passionierte Wassertrinker jedoch nicht mit sich spaßen – bei manchen muss das Wasser blubbern, was das Zeug hält, andere bevorzugen vornehme Zurückhaltung und stehen auf „medium“, während wieder andere dem gänzlich stillen Getränk den Vorzug geben.


Erfrischend an heißen Tagen: die Weinschorle

Auch soll es Zeitgenossen geben, denen der gesunde Mineralstoffcocktail in ihrem Wasser nicht reicht – sie müssen es mit Wein anreichern. Sie kennen, besonders an heißen Tagen, nichts Erfrischenderes als eine Glas Weinschorle – gemischt aus einem nicht allzu kostbaren Wein und einem guten Mineralwasser. Zumal auch Herr Goethe der Weinschorle seine Aufmerksamkeit gewidmet haben soll – so zumindest wird kolportiert.

Wasser allein macht stumm,
man sieht es im Bach am Fische.
Wein allein macht dumm,
man sieht es bei den Herren
am Tische.
Um nichts von beiden zu sein,
vermische ich Wasser mit Wein!


Nun ja, die Sache mit dem Wein, der dumm machen soll, können wir so nicht bestätigen. Und auch der bekannteste Stuttgarter Hauptkommissar, Ernst Bienzle, dürfte für Goethes Erkenntnis wenig Verständnis zeigen. Das Thema Weinschorle fertigt der Protagonist aus Felix Hubys Krimis kurzerhand ab: „Ich kann ’s Wasser in den Schuhen schon nicht leiden und noch viel weniger im Wein!“ Und weiß damit den Berufsstand der Sommeliers und Sommelières geschlossen hinter sich, der die kostbaren Weine eifrig davor bewahrt, verwässert zu werden.


Wein und Mineralwasser: Ein schönes Paar

Doch Wasser und Wein – das lass durchaus nicht sein. Mineralwasser wird als Begleitgetränk zum Wein empfohlen, da es den Geschmack neutralisiert und die Geschmacksknospen der Zunge auf den Weingenuss vorbereitet – sofern das richtige Wasser serviert wird. Denn Mineralstoffe und Kohlensäure haben es in sich. Deshalb werden Sommeliers zunehmend auch zu Mineralwasserexperten. Sie wissen nicht nur, welcher Wein sich zu welchem Anlass und Essen besonders eignet und wie er schmeckt, sondern auch, mit welchem Mineralwasser als Gefährten jeweils ein guter bis optimaler Weingenuss zu erzielen ist. Die Mineralwasseranbieter wiederum nehmen den Wein ins Visier und dazu auch Sommeliers mit ins Boot. So präsentiert Teinacher im Internet ein „Portal für Genießer“, in dem Christina Hilker (Sommelière des Jahres 2005) eine „Wasser & Weinprobe“ anbietet, monatliche Weintipps gibt und gleich das zum Wein passende Mineralwasser empfiehlt. Dieses sollte ausgewogen sein, wie beispielsweise von Teinacher das Mineralwasser Teinacher Gourmet aus dem Schwarzwald. „Es zeichnet sich durch eine besonders harmonische Mineralisierung aus, was den Genuss von Wein erheblich steigern kann“, erläutert Heinz Breuer, Vorstandssprecher der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG. Die Faustregel beim richtigen Wasser- und Weingenuss lautet: Je weniger Säure im Wein, desto mehr Kohlensäure im Mineralwasser verträgt er. Das feinperlende Teinacher Gourmet Medium ist der ideale Begleiter von frischen, säurearmen weißen Sommerweinen, harmoniert aber auch mit leichten, spritzigen Rotweinen. Teinacher Gourmet Naturell hingegen ist ein bekömmliches natürliches Mineralwasser, das beispielsweise besonders gut zu prickelnden Schaumweinen, Rosés sowie reifen Rot- und Weißweinen passt. Diese können sich in der Kombination mit einem stillen Mineralwasser am besten entfalten.




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