Biowein – natürlich gut
Edle Tropfen nicht nur für Ökofreaks

Florian Baitinger


Ausgezeichnet: Die prämierten Ökowinzer
aus dem Remstal – Manfred Siglinger und Dorothee Wagner-Ellwanger, umrahmt von Jurorin Anne Asser (links) sowie Claus-Peter Hutter, Leiter der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg, und Hubert Falkenberger, Geschäftsführer des Tourismusvereins Remstal-Route
Foto: Joachim Ott

Ökoweinbau boomt. Was unter­scheidet ihn vom herkömmlichen Anbau und können Bioweine mit konventionell angebauten geschmacklich mithalten? Die besten Bioweine Baden-Württembergs wurden jetzt prämiert.



Die Idee, die hinter dem Ökoweinbau steht, ist: Man überlässt die Natur sich selbst. In einem gesunden Ökosystem braucht man keine Chemie für optimales Wachstum, Nützlinge sorgen dafür, dass Schädlinge bekämpft werden und die Reben sprießen. Um dies zu fördern, werden zum Beispiel Steinmauern errichtet oder entsprechende Pflanzenarten ausgebracht, die den Nützlingen einen optimalen Lebensraum bieten. So ist ein ökologischer Weinberg auch ein sehr lebendiger: Eidechsen, viele Vogelarten, Kröten, Insekten, wie Schmetterlinge, und zahlreiche Pflanzen, wie Klatschmohn, Traubenhyazinthen oder Mandelbäume, fühlen sich hier wohl und sorgen nicht nur für Farbe und Artenreichtum, sondern auch dafür, dass chemische Mittel möglichst gar nicht erst nötig sind. Wenn doch gespritzt werden muss, weil sich zum Beispiel Pilzbefall wie Mehltau kaum anders eindämmen lässt, so werden Stoffe eingesetzt, die natürlich vorkommen: Kräuterextrakte, Gesteinsarten, Schwefel, Metalle. Um auch hiervon künftig weniger zu benötigen, wurden neue, pilzresistente Rebsorten gezüchtet, die sich langsam etablieren.

Indessen gewinnt der ökologische Weinbau immer mehr an Bedeutung. Rund 30 Prozent jährlich stieg in den letzten Jahren die bewirtschaftete Rebfläche, auch wenn sie gemessen an der gesamten Anbaufläche noch unter 10 Prozent liegt. Gefördert wird der Bioanbau unter anderem von der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg mit der Aktion „Lebendiger Weinberg“. Sie sieht darin ein faszinierendes Zusammenspiel von Natur und Kultur und zudem einen Beitrag, dass die typische und reizvolle, teils mediterran anmutende Landschaft mit den Weinberg-Steilhängen in Baden-­Württemberg, wie sie sich seit rund 1000 Jahren entwickelt hat, erhalten bleibt.


Natürlich: Ein ökologischer Weinberg
kommt ohne Chemie aus.
Foto: Joachim Ott


Mündige Kunden

Manfred Siglinger aus Großheppach ist einer der Pioniere des Ökoweinbaus. Seit Ende der 80er-Jahre setzt er auf ökologischen Anbau und ist „überzeugt, dass dies die richtige Art ist, mit der Natur umzugehen“. Dass der Aufwand größer und der Ertrag geringer ausfällt als beim herkömmlichen Weinbau, wertet er nicht als Nachteil. „Wir wollen uns ja nicht mit Anbietern messen, die auf Masse produzieren.“ Auch wer mit herkömmlichem Weinbau einen hochwertigen Wein anbieten wolle, habe mehr Aufwand und müsse mit Flächen großzügiger umgehen. Dorothee Wagner-Ellwanger vom Weingut Doreas in Grunbach sieht im Ökoanbau sogar einen Vermarktungsvorteil. Sie ist mit ihrem Mann erst vor rund fünf Jahren von konventionellem auf ökologischen Anbau umgestiegen und mit der Resonanz sehr zufrieden. „Ich habe den Eindruck, die Kunden achten in der heutigen Zeit mehr darauf, wo etwas herkommt und wie es produziert wird. Das Thema Bioanbau bietet hier Potenziale.“ Dass noch mehr Winzer umsteigen, wünscht sich der Verband der ökologisch arbeitenden Weingüter Ecovin und hat die besten Bioweine Baden-Württembergs 2013 prämiert. Auch, um darauf hinzuweisen, dass der Biowein dem herkömmlich angebauten qualitativ und geschmacklich in nichts nachsteht. „Absolut nicht“, weiß Anne Asser, Sommelière bei der „Alten Sonne“ in Ludwigsburg und Jurymitglied, „was wir hier vorgestellt bekamen, sind durchweg tolle Weine; und obwohl es sich hier nicht um hochpreisige Spitzenweine, sondern um Weine aus dem ganz normalen Verbrauchersegment handelt, erleben wir hier wirklich ganz großes Kino im Glas!“ Prämiert wurden von 277 angestellten Weinen die 34 besten, darunter auch Weingüter aus der Region Stuttgart.


Bestens verträglich

Preisträger Manfred Siglinger vermutet einen weiteren Vorteil des Bioweins: „Viele meiner Kunden sagen, dass sie den Biowein wesentlich besser vertragen als herkömmlichen“, berichtet der Ökowinzer. Für die Weinexpertin Anne Asser ist „gut vorstellbar, dass weniger Schadstoffe im Wein auch weniger Kopfweh machen“. In diesem Sinne: Wohl bekomm’s.


Aktion „Lebendiger Weinberg“:

www.lebendiger-weinberg.de

Preisträger der Bioweinprämierung:

www.ecovin-baden.de/bestenauswahl




Trollinger ohne Schultern und halbierte Lemberger
In der Region Stuttgart gilt: Qualität vor Quantität

von Karl Krügle


Bereits in den 90er-Jahren wurden vonseiten der Weingärtner in Fellbach sowie in ganz Württemberg durch enorme qualitätsfördernde Maßnahmen neue Maßstäbe in der Qualität der Weine gesetzt. Die daraus entstandenen Weine der Premiumserie (höchste Qualitätsstufe) haben internationales Format, ohne ihren Sortentyp zu verlieren, und tragen dem Kundenwunsch nach Fülle, Wärme und Nachhaltigkeit Rechnung. Es sind die Weine der traditionellen heimischen Sorten Lemberger, Spätburgunder, Trollinger und Riesling.




Halbe Schultern?

Wichtig bei allen qualitätsverbessernden Maßnahmen im Weinberg ist der Erfahrungsaustausch innerhalb der Gruppe, bei dem sich dann spannende Erkenntnisse ergeben: Werden die Lembergertrauben halbiert oder wird die Spitze abgeschnitten? Erreicht man beim Trollinger durch Abschneiden der „Traubenschultern“ die besten Ergebnisse? Wann ist der günstigste Zeitpunkt für die Laubarbeiten? Und für den Lesezeitpunkt ist nicht immer nur der Öchslegrad entscheidend, wichtig ist auch die Aromenbildung, die durch Verkosten der Trauben geprüft wird. Auch die Farbe der Trauben entscheidet mit.


Ertragsreduzierung zur Aromensteigerung

Die Trauben aus den besten Lagen werden auf 50 Liter pro Ar reduziert, die später handverlesene Ernte garantiert beste Qualitäten, die im Keller auf der Maische vergoren und dann in Holz- oder Barriquefässer gefüllt werden.

Ein großer Vorteil zur Qualitätssteigerung der Weine ist, dass eine Genossenschaft oder ein Familienweingut aus einem reichen Standortportfolio wählen kann und somit Zugriff auf die besten Lagen, auf alte Rebstöcke und entsprechendes Kleinklima, kurz gesagt, das perfekte Terroir für jede Rebsorte hat. Ein weiterer Vorteil ist auch das hochkarätige Know-how der Weinmacher, Weinbaumeister, Weinbautechniker und Ingenieure. Schon lange sind die Württemberger Weingärtner weg von der Quantität. Während bei den Alten noch ganz im pietistischen Sinne die Menge im Vordergrund stand – „nix vrkomma lassa“ –, sind die Jungen seit mehr als zwei Jahrzehnten auf einem ganz anderen Pfad unterwegs. Nur die Qualität zählt. Und dieser konsequente Weg hat Württemberger Weine und vor allem Weine in der Region Stuttgart dazu gebracht, international mitmischen zu können.

Das hohe Qualitätsniveau wird durch zahlreiche Auszeichnungen – wie bei den Fellbacher Weingärtnern – immer wieder bestätigt (2011/2012):

• bester Lemberger Deutschlands - Vaihinger Löwe 2012
• Sieger Württemberg bei Best of Genossenschaften
• bester Württemberger des Württembergischen Weinbauverbandes – Spätburgunder
• höchste Auszeichnungen bei DLG-Prämierungen, Mundus Vini, AWC Vienna

Die Spitze der Fellbacher Weine ist die Komposition von „Amandus“, eine außergewöhnlich feurige Cuvée aus Premiumsorten, u. a. auch Cabernetkreuzungen, die ihre Geschmacksvollendung im Barrique findet. „Amandus“ wurde benannt nach dem Gründer der Weingärtnergenossenschaft in Fellbach Wilhelm Amandus Auberlen, der in den Gründungsstatuten 1858 bereits „die Erhöhung der Weinqualität als oberstes Ziel“ festlegte.

www.fellbacher-weine.de



Qualität, Qualität, Qualität!
Stuttgarts Weingärtner setzen Maßstäbe im Wettbewerb

von Gerhard Schwinghammer


Die Welt produziert mehr Wein als getrunken wird. Neue Weinherstellungsverfahren gehen in Richtung industrieller Weinbau und Retortenweine. Wo bleibt da der Württemberger, der auf 11.515 Hektar in einer reizvollen Landschaft wächst und von engagierten Kellermeistern zur Elite in der Flasche ausgebaut wird?
Hört man sich unter Stuttgarter Betrieben um, spielt ein Wort die zentrale Rolle im weltweiten Mengen- und Preiswettbewerb: Qualität. Hermann Hohl, Präsident des Weinbauverbandes Würt­temberg mit 16.500 Mitgliedern, gibt die Denkrichtung vor: „Wer Württemberger kauft, erwartet Qualität. Württemberger Wein kaufen, heißt auch unsere Kultur und Landschaft bewahren helfen.“



Stuttgart – größte Weinbaustadt Deutschlands

Die „besondere Betonung der Regionalität und der Region“ sieht auch Peter Mayer vom Stuttgarter Weingut Jägerhof als Vorsitzender der Weingüter Württembergs als Erfolg versprechendes „Identifikationsangebot für den Verbraucher“. Dazu gehört für ihn auch die „hohe Wertigkeit handwerklicher Produkte im Vergleich zur industriellen Produktion“. Peter Mayer steht dem Club der Württemberger Individualisten vor: 117 Selbstvermarkter, die sich seit diesem Jahr „Württemberger Weingüter e.V.“ nennen. Sie kämpfen für „Wahrheit und Klarheit beim Weinbezeichnungsrecht – dem Kunden zuliebe“ und führen jährlich den Trollinger-Wettbewerb zur Stärkung des Profils der wichtigsten Württemberger Sorte durch.
Ob man bei Mayer auf dem Jägerhof steht oder vom historischen Wirtemberg zwischen Rotenberg und dem klimaverwöhnten Uhlbach über die Landeshauptstadt und die Neckarweinstadtteile Bad Cannstatt, Ober- und Untertürkheim schaut – die Großstadt zwischen Wald und Reben hat mit den Weinbergen ein besonderes Merkmal. Sieben Weingärtnergenossenschaften, das städtische Weingut und zahlreiche private Weinerzeuger bauen vor allem Trollinger, aber auch Weißweine wie Riesling, Rivaner oder Traminer aus. „Cannstatter Zuckerle", „Stuttgarter Mönchhalde", „Uhlbacher Götzenberg" und „Untertürkheimer Mönchberg" sind über die Landeshauptstadt hinaus ein Begriff.



Herausragende Leistungen

Präsident Hohl weiß, dass es überall in Württemberg Betriebe gibt, die Spitzenweine erzeugen: „Aber gerade im Raum Stuttgart-Remstal haben sich einige in den letzten Jahren in einem fairen Miteinander zu herausragenden Leistungen motiviert.“ Deshalb ist die Dichte der Betriebe, die Wert auf höchste Qualität legen, in dieser Region sehr hoch. Das ist auch Ansporn für andere württembergische Weinregionen.

„Qualität beginnt bei uns im Weinberg“, sagt Thomas Eckard von den Weingärtnern Bad Cannstatt. „Hier setzen wir schon seit einigen Jahren auf konsequente Ertragsreduzierung in Verbindung mit gezielten weinbaulichen Maßnahmen.“ Die Mitglieder müssen sich vertraglich zur Qualität verpflichten. Eckard: „Die Einhaltung wird laufend kontrolliert. Durch eine selektive Lese stellen wir sicher, dass wir im Herbst nur gesundes und qualitativ hochwertiges Lesegut erhalten.“ In der Kombination qualitativ hochwertiger Weine insbesondere aus gebietstypischen Rebsorten mit verstärkter Betonung der Regionalität sieht Eckard für die Zukunft „einen Vorteil“.

„Wie geht man mit einem kostbaren Geschenk um? Sehr vorsichtig und wahrscheinlich auch ein wenig ehrfürchtig. Genauso halten es die Uhlbacher mit ihrem Wein.“ Und so schreiben die Genossenschaftswengerter es auch im Internetauftritt www.wg-uhlbach.de. Nur handverlesene Trauben gelangen in den Keller. Und weil sie von ihrer Arbeit so überzeugt sind, geben sie dem „weingewordenen Anspruch“ einen passenden Namen. Jahr für Jahr verkörpert „Pro Domus“ als besondere Marke den selbst gestellten Anspruch. Eigentlich ist die WG Uhlbach 1906 von neun Weingärtnern gegründet worden. Weil es ein Jahr später bereits über 50 Mitglieder waren, wurde das Gründungsjahr kurzerhand auf 1907 verlegt, das Jahr, in dem auch die mächtige Dorfkelter errichtet wurde. Heute ist sie das Weinbaumuseum von Stuttgart.
Während die Genossenschaften in Hedelfingen und Rohracker Vollablieferer bei der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft (WZG) in Möglingen sind und sich damit an deren Qualitätskriterien orientieren, haben Rotenberg und Untertürkheim ihre Selbstständigkeit zur Marke entwickelt.



Wein-Philosophie

„Es geht immer um Qualität, die der Verbraucher schmecken kann“, ist das Bekenntnis von Martin Kurrle, Kellermeister und Geschäftsführer der WG Rotenberg, die vom Gault Millau Wein Guide 2006 als „Geheimtipp“ eingestuft wird. In dieser Doppelfunktion kennt er besonders gut die Kundenwünsche. Er begleitet die Traube vom Weinberg über den Keller bis zum Verkauf. Und er weiß, dass man am besten die Menge produziert, die man verkaufen kann. Das erfordert konkrete und sortenspezifische Mengenvorgaben für die Wengerter. Das Württemberger Klima sieht Kurrle als Vorteil im internationalen Wettbewerb: „Es bringt Aromenvielfalt in unsere Weine.“ Zum verbreiteten Qualitätsbewusstsein kommt bei der laut Gault Millau „mit Abstand besten Genossenschaft in Württemberg“ ein radikaler Imagewandel. Schon die Namensänderung war Programm: „Weinmanufaktur Untertürkheim“. Das klingt nach Handwerkskunst. Die Produktlinien sind klar definiert – eine gute Hilfe für den Verbraucher. Durch die Fusion mit Nachbar Obertürkheim hat man Lagen dazugewonnen, die ins von Kellermeister Jürgen Off streng geführte Qualitätsmanagement integriert werden. „Um hochwertige Weine zu erzeugen, pflegen wir mit den Weingärtnern einen sehr engen Kontakt, entscheiden bei der Neuanpflanzung der Weinberge mit und führen intensive Gespräche über Anbau und Pflegemaßnahmen“, sagt der Fachmann, der mit dieser Philosophie unter anderem nicht nur Ansehen gewonnen, sondern auch zum dritten Mal in Reihenfolge beim Deutschen Vinum-Rotweinpreis Platz eins in der Kategorie Lemberger geholt hat. Internationales Format hat auch das Rotwein-Cuvée Mönch Berthold aus kraftvollem Lemberger und fruchtigem Spätburgunder.


Stilbildend

Unter den 15 bei den Weingütern Württemberg organisierten selbst vermarktenden Betrieben in Stuttgart ragt Hans-Peter Wöhrwag in Untertürkheim heraus. In der sechsten Generation hat „Mr. Riesling“ (für Württemberg untypische 40 Prozent Anteil) mit seiner Ehefrau, der diplomierten Weinspezialistin Christin, seine klare Vorstellung: Naturnaher Anbau, Verzicht auf hohe Erträge zugunsten der Qualität, Erhalt der reinen Fruchtaromen. Das erfordert hohen persönlichen Einsatz, aber auch Investitionen. So hat Wöhrwag eine neue Förderanlage konstruieren lassen, die Trauben sanft transportiert. Weißweine werden kühl vergoren. Bei roten Trauben setzt man auf Tradition: Alle werden auf der Maische vergoren. Der Lohn: Spitzenweine, die international mithalten können. „Stilbildend“ nennt sie der Gault Millau.

Im kleinen, aber feinen Uhlbach achtet Christel Currle als Kellermeisterin darauf, dass das Weingut vorne mitspielt: „In unserem Weinsortiment hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges geändert. Wir haben es in drei Linien unterteilt: Die traditionellen Weine in der Literflasche, Weine in der Dreiviertelliterflasche, bei denen sich moderne Weinbaustile wiederfinden, und die besten Weine eines Jahrgangs aus selektionierten Weinbergen.“

Einen der außergewöhnlichsten roten Sekte Deutschlands gibt es im Weingut Fritz Currle auch noch. Auch hier achtet man auf ausgewählte Trauben zur Herstellung von Sektgrundweinen.

Wer über Stuttgart und seinen Wein schreibt, darf zwei Besonderheiten nicht unerwähnt lassen. Das städtische Weingut baut auf 17 Hektar Rebfläche 40 Prozent Trollinger und 26 Prozent Riesling an. Das Weingut Herzog von Württemberg ist mit ca. 40 Hektar Rebfläche das größte private Weingut in Württemberg. 1982 zog es vom Gewölbekeller des Alten Schlosses in Stuttgart in den Park von Schloss Monrepos in Ludwigsburg um. Die besten Rotweine kommen weiter vom Untertürkheimer Mönchberg - auch Trauben des Rotwein-Cuvées Attempto aus Spätburgunder, Lemberger und Regent, mindestens in Spätlese-Qualität. Damit hat das Traditionshaus einen modernen, weichen Wein mit internationalem Format kreiert. Der Name geht auf den Wahlspruch des ersten Herzogs von Württemberg, Eberhard im Barte, zurück und könnte auch Motto der Weinwirtschaft in der globalisierten Welt sein: „Ich wage es.“ Einen neuen Namen hat sich 2003 das ehemalige „Weingut des Hauses Württemberg – Hofkammerkellerei“ selbst gegeben: Als „Weingut Herzog von Württemberg“ wurden neue Marketingerfolge erzielt.


Edition Württemberg

Überall wird also nachgedacht, wie man auf dem Weltmarkt bestehen kann. Der Weinbauverband Württemberg hat jetzt Leitlinien für eine künftige Anbau- und Vermarktungspolitik des Württemberger Weins entwickelt, die nach einem einjährigen „Reifeprozess“ bei der Mitgliederversammlung am 19. Mai 2006 in Stuttgart diskutiert wurden. Verbandspräsident Hermann Hohl sieht in dem Empfehlungskatalog eine wichtige Wegweisung im globalen Wettbewerb: „Wir wollen so den Württemberger Weinbau zukunftssicher machen.“ Mit Produktionskriterien, einer zukunftsorientierten Rebsortenpolitik, klaren Sorten- und Geschmacksprofilen sowie einem Qualitätszeichen „Edition Württemberg“ will Württembergs Wein­wirtschaft dem Verbraucher bei der Orientierung im Weinregal helfen und neue Kundenpotenziale im mittleren und oberen Preissegment ebenso wie auf allen Märkten erschließen. Retortenwein wird es in Württemberg bis zum Abschluss der seit 2002 laufenden und mindestens bis zur Ernte 2007 verlängerten Versuche nicht geben.

In die Offensive geht der Weinbauverband Württemberg aber auch auf anderen Gebieten. Entlang der 511 Kilometer langen „Württemberger Weinstraße“ von Weikersheim bis Metzingen (oder umgekehrt) gab es am 14. Mai den ersten gemeinsamen „Tag der offenen Weinkeller“. Im Stuttgarter „Haus der Geschichte“ wird am 28. September eine Themenausstellung zum Weinland Baden-Württemberg eröffnet, die Antworten auf die globalen Herausforderungen in einer publikumsnahen Präsentation deutlich machen wird. Zwischen „Haus der Geschichte“ und Landesbibliothek, wo ab 22. September 2006 Wein im Buch präsentiert wird, kann an der neuen „Stuttgarter Rebenmeile“ das Werden des Weins live erlebt werden. Zum Finale im Herbst gibt es eine Weinlese mitten in Stuttgart.


Häuser der Baden-Württemberger Weine

Zur Profilierung der regionalen Weine trägt die Kooperative „Häuser der Baden-Württemberger Weine“ bei. Sie werden durch die Weinbauverbände Baden und Württemberg sowie den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Baden-Württemberg ausgezeichnet. 33 sind es in Württemberg und 16 in Baden. In Stuttgart sind es: Holzwurm, Ochsen, Stuttgarter Stäffele, Wörtz. Mit der Auszeichnung soll der Gast schnell erkennen, wo er qualifiziert mit Baden-Württemberger Weinen verwöhnt wird. Die Bewertungskommission testet den äußeren Eindruck des Betriebes, die Gasträume und deren Ambiente, die qualitätsorientierte Lagerung des Weines, die Getränke-, Wein- und Speisekarte, den qualifizierten Weinservice und das Weinwissen. Die aktuelle Liste der „Häuser des Baden-Württemberger Weins“: www.hausderbwweine.de.

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