Stadt zwischen Wald und Reben: Stuttgart und seine Weinberge im Jahr 1592. Kupferstich des herzoglich-württembergischen Archivars Jonathan Sautter. Farbige Autographie von Max Bach. Foto: Archiv
Das Weinbaumuseum

Geschichtskleinod der Weinbaukultur in Stuttgart


Von Sabine Hein



Kleinod: Die Alte Kelter in Uhlbach
Foto: Stuttgart Marketing
Beste Weinbautradition seit über 750 Jahren

Stuttgart-Uhlbach ist der Weinort schlechthin und als solcher nicht umsonst bei Weinkennern und Weinliebhabern bekannt und geschätzt. Seit über 750 Jahren spielt die Rebe hier eine herausragende Rolle. Die traumhaft schöne Lage, umgeben von Weinbergen, der idyllische Ortskern und ein umfangreiches Gastronomieangebot locken Besucher aus nah und fern in diesen Stuttgarter Stadtteil. Besonders das Stuttgarter Weinbaumuseum in der historischen Ortskelter mit seinen Exponaten aus über 2000 Jahren Weinbaugeschichte ist faszinierend – ein absolutes Muss für jeden Weinliebhaber. Im Sommer 2012 öffnet das Weinbaumuseum wieder seine Pforten – und erstrahlt in neuem Glanz. Die gesamte Ausstellung wurde neu konzipiert und um interessante Themenbereiche erweitert.


Spannende Weinbaugeschichte

Die Ausstellung lässt die Vergangenheit des Weinbaus lebendig werden. So ist zum Beispiel die ausgestellte Torkel von 1885 eine der letzten dieser imposanten Weinpressen. Eine vollständig eingerichtete Küferei erzählt vom künstlerischen Handwerk der Fass­schnitzer: Originalwerkzeuge aus dem 18. und 19. Jahrhundert und wunderschön verzierte Weinfässer aus der Zeit um 1900 sind hier zu sehen. Zu bewundern sind Trinkgefäße und Weinbehälter, Ton-, Steinzeug-, Glas- und Zinngefäße, von der Römerzeit über das Mittelalter bis ins
19. Jahrhundert. Eine besondere Attraktion in der Alten Kelter ist die kunstvoll geschnitzte Figur des heiligen Urban, des Schutzpatrons der Wengerter, aus dem 16. Jahrhundert. Die Legende besagt, dass Papst Urban I. die Cannstatter lehrte, Weinstöcke zu pflegen und Wein zu keltern.


Wissenswertes rund um den Weinbau

Wer wissen möchte, was ein „Weinjahr“ für die Wengerter bedeutet, welche natürlichen Feinde die Rebe hat oder seit wann der traditionelle Trollinger angebaut wird, sollte die aufschlussreiche Ausstellung be-suchen. Hier taucht der Gast in die Welt des Sehens, Riechens und Schmeckens ein und lernt bei einer kleinen Glaskunde die Unterschiede im Weingenuss kennen. Führungen werden auf Anfrage angeboten. Gruppen können das Weinbaumuseum zusätzlich zu den normalen Öffnungszeiten auch unter der Woche besuchen. Im Anschluss an den Museumsbesuch sind Weinproben möglich.
Ein genussvoller Ausklang mit besten Weinen


Nach einem spannenden Rundgang ist die ideale Zeit für eine Verkostung hervorragender Stuttgarter Weine gekommen. In der museumseigenen neuen Vinothek, mit Blick auf die herrliche Fachwerkarchitektur des Weinbaumuseums, kann man die Spitzenprodukte der Weingüter und Genossenschaften aus Stuttgart verkosten. Die monatlich wechselnde Weinkarte lädt zum Wiederkommen ein – es finden sich immer wieder neue Tropfen zum Versuchen. Doch auch ohne Museumsbesuch kann man während der Öffnungszeiten des Museums einfach so vorbeikommen und Stuttgarter Weine genießen. Jeden Monat finden zudem Weinseminare statt. In kleiner Runde führen die Stuttgarter Wengerter oder ausgebildete Weinprofis durch die Welt des Weines. Rotweine, Weißweine, Roséweine und mehr: Für echte Weinliebhaber ist diese Ver­kostung eine großartige Gelegenheit, die Württemberger Weinvielfalt „aus erster Hand“ kennenzulernen.

Das genaue Programm zur Weinprobe „Die Wahrheit des Weins“ sowie zu weiteren Angeboten zu diesem Thema sind zu finden unter:

www.stuttgarter-weinbaumuseum.de

www.stuttgart-tourist.de/rundfahrten-stadtfuehrungen
Eine verbindliche Reservierung bei der Stuttgart-Marketing GmbH ist erforderlich (Tel. 0711 2228100).
Eine Internetbuchung muss bis mindestens vier Tage im Voraus erfolgen.




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