Foto: DWI/Hartmann
Die Farbe des Sommers ist Rosé

von www.deutscheweine.de


Wenn jetzt im Sommer die Garten- und Grillfeste Hochsaison haben, ist die Lieblingsfarbe vieler Genießer Rosé. Denn in all seinen Spielarten erfüllen Roséweine die Wünsche des Gaumens, vom Lachs bis zum gegrillten Hähnchen ist er zu vielen leichtwürzigen Speisen ein wahrer Genuss.


Leichte Lust

Durch ihre Leichtigkeit und Frische sind die deutschen Rosés die perfekten Sommerweine. Kein Wunder, dass Roséwein schon der Lieblingswein von Sonnenkönig Ludwig XIV war. Auch die Weingenießer haben deutschen Rosé und Weißherbst zu ihren Favoriten erklärt. Etwa 50 Prozent der hierzulande gekauften Roséweine stammen aus deutschen Kellern – mit steigender Tendenz.


Wie entsteht ein Rosé?

Nicht jeder roséfarbene Wein wird auch als „Rosé“ bezeichnet, betont das Deutsche Weininstitut. Man findet ebenso häufig den Begriff „Weißherbst“, der von der Verarbeitung der roten Trauben wie beim Weißwein herrührt. Beim Weißherbst findet man öfter eine Rebsortenangabe auf dem Etikett. Mittlerweile werden beide Begriffe synonym verwendet, da sie sich in der Herstellung nur unwesentlich unterscheiden.


Roter Weißer

Beiden gemeinsam ist, dass sie aus Rotweintrauben hergestellt, jedoch wie Weißweintrauben verarbeitet werden. Die roten Weinbeeren enthalten nämlich hellen Fruchtsaft – die roten Farbstoffe stecken in der Beerenhaut. Für die Roséweinbereitung werden die roten Beeren nur leicht angequetscht und die so genannte Maische ruht zunächst ein wenig. Mit der Zeit lösen sich dann die Farbpigmente aus der Beerenhaut und gehen in den Saft über. Hat der Traubensaft die gewünschte Farbintensität erreicht, wird die Maische gepresst und der roséfarbene Most zu Wein vergoren.


Weißer Roter

Werden die roten Trauben ohne Maischestandzeit direkt sehr schonend gepresst, entsteht der immer häufiger anzutreffende Blanc de Noir. Diese besondere Form des Roséweins – als solchen definiert ihn das Weingesetz – ist farblich von einem Weißwein kaum noch zu unterscheiden. Die Weine weisen jedoch eine ganz besondere Aromatik auf.

Gerne werden Rosé- oder Weißherbstweine auch verperlt, also mit Kohlensäure versetzt und als prickelnder Secco angeboten. Außerdem findet man sie häufig zum Winzersekt veredelt auf den Weinkarten wieder.


Roséfarbene Spezialitäten
Der Rotling – ein besonderer Roséwein – entsteht durch die gemeinsame Kelterung von Rotwein- und Weißweintrauben. Badisch Rotgold ist ein spezieller Rotling aus Baden, der ausschließlich aus Grauburgunder- und Spätburgundertrauben bereitet wird. Dabei muss der Grauburgunder den höheren Anteil haben.

Der Schillerwein ist ein traditioneller Rotling aus dem Anbaugebiet Württemberg. Für seine Herstellung sind keine besonderen Rebsorten vorgeschrieben. Seinen Namen erhielt er vermutlich nicht – wie häufig angenommen – von dem Dichterfürsten Friedrich von Schiller, der in Marbach im Schwabenland geboren wurde, sondern aufgrund seiner schillernden Farbe.


Roséweine nicht zu lange aufbewahren

Jung getrunken schmecken Rosé und Weißherbst einfach am besten, denn in den ersten Jahren kommen die ausgeprägten Frucht-aromen am deutlichsten zur Geltung. Sie sind selten für die lange Lagerung gedacht, dementsprechend sollte man sie nicht länger als ein bis zwei Jahre aufbewahren. Wie alle Weine, sollten auch sie an einem kühlen, dunk­len Ort mit möglichst geringen Temperaturschwankungen lagern.


Roséweine kühl servieren
Roséweine sind wunderbare Begleiter bei Grill- und Gartenpartys oder Balkonfesten. Dabei ist zu beachten, dass im Sommer alle Weine besser schmecken, wenn sie einige Grade kühler serviert werden als im Winter. Der eingeschenkte Wein erwärmt sich zudem innerhalb kürzester Zeit um bis zu 3°C. Er darf beim Einschenken also durchaus etwas kälter sein. Ein Roséwein oder Weißherbst hat bei circa 9 bis 11° C im Sommer die richtige Trinktemperatur.


Rosé als Partner für die Bowle

Jede Bowle ist so gut wie der Wein und Sekt, den man dafür verwendet, denn nur gute Zutaten ergeben eine gute Bowle. Rosé und Weißherbst sind hervorragende Partner für eine frisch-fruchtige Sommerbowle. Insbesondere mit Erdbeeren harmoniert beispielsweise ein Württemberger Trollinger Weißherbst geschmacklich wie farblich hervorragend.


Rosé zum Menü

Rosé ist ein toller Menübegleiter. Rosé und Weißherbst kann man sehr gut – gerne auch in ihren prickelnden Variationen – als Aperitif reichen oder zur Vorspeise servieren, beispielsweise mit Tapas oder Antipasti. Sie empfehlen sich außerdem zu diversen Fisch- und Grillgerichten. Typisch für ihre Natur ist der geringe Fruchtsäure- und Gerbstoffgehalt, weshalb ihn viele Weinfreunde auch gerne zu fernöstlichen Speisen wie Currys oder thailändischen Gerichten trinken. Des Weiteren harmonieren milde, halbfeste Schnittkäse wie Edamer oder junger Gouda mit dem Rosé.




Menüvorschlag zum Roséwein

Foto: DWI/Hartmann
Gegrillte Estragonhähnchen

Zwei Hähnchen mit kaltem Wasser innen und außen abspülen, trocken tupfen, innen mit ein wenig Salz einreiben. Zwei Bund Estragon fein hacken, mit 100 Gramm flüssiger Butter verrühren. Hähnchen innen und außen damit bestreichen. Flügel und Keulen mit Küchengarn festbinden. Hähnchen auf Drehspieß stecken und unter ständigem Drehen circa 40 bis 50 Minuten grillen, dabei öfter mit Estragonbutter bestreichen, Drehspieß abnehmen, Hähnchen einige Minuten ruhen lassen, vom Spieß nehmen, halbieren und mit Salz bestreuen. Und der Wein dazu: ein fruchtiger, trockener Rosé oder Weißherbst vom Spätburgunder. 




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