Weinbau: Der lange Weg bis zum Genuss | Foto: DWI/Hartmann
Kleine Gläserkunde
Damit sich Wein und Wasser perfekt entfalten



Fachfrau: Sommelière Christina Hilker erkäutert den Gebrauch der richtigen Gläser auch in ihrem Buch: Wasser, Wein & feine Speisen, erschienen im Dorling Kindersley Verlag.


Echte Genießer sind nicht nur bei ihrem Wein wählerisch, sondern auch bei der Auswahl der Gläser: Form und Größe der Öffnung können bei Wein und Mineralwasser entscheidenden Einfluss auf die Entfaltung des Geschmacks haben.

Um den Geschmack von Weißwein zu fördern, wird er in einem schmalen Glas mit relativ enger Öffnung ausgeschenkt. So berührt der goldene Tropfen zunächst die Süßerezeptoren an der Zungenspitze und gibt erst im Abgang am hinteren Zungenrand seine Säure preis. Rotweingläser haben dagegen eine weitere Öffnung und werden immer bauchiger, je ausdrucksstärker sie werden. So bringen sie zum einen die Blume voll zur Entfaltung, zum anderen kann sich der Geschmack mit jedem Schluck auf der ganzen Zunge verteilen und so die vielschichtigen Aromen freisetzen.

Schaumweingläser sind lang und schlank mit relativ enger Öffnung, damit Sie möglichst lange Freude an der perlenden Frische haben. Gute Schaumweingläser haben am Boden einen kleinen aufgerauten Moussierpunkt, der die Perlage in der Mitte bündelt und sie nicht so schnell entweichen lässt. Süßweine und verstärkte Weine schließlich werden aus noch kleineren Gläsern mit engerer Öffnung genossen. Bei den verstärkten Weinen hindert das den leicht flüchtigen Alkohol daran, Sie in der Nase zu kitzeln.

Für den Genuss von Teinacher Mineralwasser sollten Sie auch den dünnwandigen Gläsern den Vorzug geben. Wenn das Glas am Rand leicht ausgestellt ist und das Wasser Schluck für Schluck direkt auf die Zungenspitze fließt, nehmen Sie es als noch milder wahr. Je enger sich der Rand des Glases schließt, umso weiter verlagert sich das Geschmackserlebnis auf den hinteren Bereich der Zunge. Mineralwasser mit Kohlensäure sollte immer aus Gläsern mit kleinerer Öffnung genossen werden, in denen das Wasser nur eine geringe Oberfläche hat, damit das frische Prickeln nicht so schnell entweichen kann.



Fotos: Teinacher/Stölzle Lausitz


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